Biohof Gerstel - Unser Hof - Kaninchen
Biohof Gerstel - Unser Hof - Vater und Sohn
Biohof Gerstel - Unser Hof - Im Winter mit Schnee

Der Bauernhof

Wir, das sind Holger und Katrin Gerstel, sowie unsere zwei Kinder Christian und Tobias. Wir leben und arbeiten auf unserem Bauernhof im „alten“ Dorfkern von Wandlitz und bewirtschaften 50 ha Ackerfläche, 7 ha Grünland und 7 ha Wald. Unser Haupterwerb liegt im Ackerbau, wo wir Roggen, Weizen, Hafer, Lupinen und Tritikale anbauen, aber auch Kartoffeln, Gemüse und Kräuter. In der Landwirtschaft groß geworden übernahmen wir im Jahre 2007 den Betrieb von den Eltern, die auch heute noch tatkräftig mithelfen. Von Anfang an stand für uns das Ziel, unseren Betrieb auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen. Dieses erfolgte 2008 mit der Zertifizierung zum Biobetrieb.

Der Kerngedanke im ökologischen Landbau ist ein möglichst geschlossener und natürlicher Kreislauf zwischen Mensch, Tier und Natur. Somit verzichten wir auf synthetische Spritz- und Düngemittel sowie genetisch manipuliertes Saat- und Pflanzgut.

Zum Hof gehört unsere kleine Rinderzucht. Sie besteht ausschließlich aus Mutterkuhhaltung, dass heißt, dass die Milch der Kühe nicht gemolken und verarbeitet wird, sondern nur den eigenen Kälbern zur Verfügung steht. Auch hier gilt, die Tiere werden ausschließlich mit ungespritzten, natürlichen, selbst angebauten Futtermitteln wie Gras, Heu und Getreide gefüttert. Dazu kommt eine artgerechte Haltung.

Diese gilt auch für unsere 60 Legehennen, deren Eier wir täglich frisch ab Hof und in einem ortsansässigen Bioladen vermarkten.

Desweiteren gehören zu unserem Hof 3 Laufenten, die das Grundstück vor Schnecken sauber halten, 2 Katzen, 6 Zwergkaninchen und natürlich nicht zu vergessen unsere zwei Hunde, Lilly und Pünktchen, die jeden Gast vor Freude lautstark begrüßen.

 

Geschichte des Hofes

Die Geschichte des Hofes und der Familie Finke geht auf das Jahr 1852 zurück. Sie stammt wahrscheinlich aus Nordwestdeutschland, aus der Gegend um Hannover.

Im Jahre 1852 erwarb Johann Friedrich Finke, 1813 in Velten geb., das 205 Morgen große Grundstück in Wandlitz. Mit einer Kuh, einem Pferd und wenigem Hausrat, zog Friedrich Finke, zusammen mit seiner Frau und den 6 Kindern (Wilhelm, Carl, Hermann, Friederike, Auguste und Emilie), in Wandlitz ein. Das Gehöft bestand damals aus einem Wohnhaus niederdeutscher Art, mit anschließendem Stall und einer alten Scheune um 1822, die allerdings zerfallen war. Sie wurde durch einen Anbau nach beiden Seiten hin erweitert. 1865 entstand ein neuer Stall aus Fachwerk (Lehmbauverfahren). Das alte Strohgedeckte Haus wurde im Jahre 1893 umgebaut und bekam außerdem ein Ziegeldach. Diese Arbeiten ließ der Sohn von Friedrich Finke, Carl I., mit seinen 3 Söhnen Karl, Hermann und Albert, sowie der Tochter Anna, ausführen. Ebendso errichtete er 1905 einen neuen massiven Stall mit Schieferdach. Die Errichtung dieser Bauten wurde dadurch ermöglicht, dass man Land tauschte und 122 Morgen Land, welches zur Wirtschaft gehörte, verkaufte. Der Sohn Karl Finke II. erweiterte im Jahre 1913 das Wohnhaus durch Anbau eines Wirtschaftsgebäudes mit Küche, Keller, Veranda und Kornboden. Eine neute ziegelgedeckte massive Scheune wurde im Jahre 1931 erbaut.

Die Familie Finke hatte im öffentlichen Leben des Dorfes stets eine wichtige Rolle gespielt. Friedrich Finke war um 1865 Gemeindeschulze. Er hat lange Zeit die Geschicke des Dorfes geleitet. Sein Sohn Carl I. bekleidete über 20 Jahre lang das Amt eines Gemeindeschöffen. Sein Sohn Karl II. betätigte sich auch lange Jahre in der Gemeindevertretung und wurde ein würdiger Nachfolger seines Vaters.

Die neue Zeit hat Karl Finke III. zum Hoferben gemacht. Auch er musste, wie sein Vater, in den Krieg ziehen. Zehn Jahre war er von zu Hause fort. Als er aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, traf er den Vater nicht mehr lebend an. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna, den drei Kindern Melitta, Angelika und Bärbel, sowie seiner Mutter Minna Finke, bewirtschaftete er den Hof bis zur Zwangskollektivierung im Jahre1960.

Nach dem Ende der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) im Jahre 1991, ist der Grund und Boden wieder an die Familie zurückgeführt worden. 1991 hat Karl Finke den Hof an seine älteste Tochter Melitta Gerstel, geb. Finke, die 1957 bei ihrem Vater eine landwirtschaftliche Lehre abgeschlossen hat, übergeben. So wurde der Hof von Peter und Melitta Gerstel, sowie deren Söhne Holger und Ronald, als Landwirtschaftsbetrieb weitergeführt. Der älteste Sohn Holger Gerstel hat den Hof im Jahre 2007 übernommen und führt ihn, zusammen mit seiner Frau Katrin und deren Kindern Christian und Tobias, in sechster Generation weiter.

Seit dem Jahre 2008 wird der Hof als Biobetrieb unter den Namen "Biohof Gerstel" geführt.